13. November 2019

Admin-Software

Gelistet wird Software zur Administration von Hosting-Diensten (PHP, MySQL, Email, FTP, etc.) auf (v)Servern mittels grafischer Benutzeroberflächen. Der Schwerpunkt liegt auf kostenloser Software.

Christian

ISPConfig 3.x

ISPConfig ist einer meiner Favoriten, da die Software zahlreiche Vorteile mit sich bringt:

  • schnelle Installation (ohne viel manuelle Bastelei)
    Die Installationsanleitung ist nur etwas versteckt. Ich empfehle ausgehend von einem frisch installierten Server – am besten Debian – gemäß dieser Anleitung vorzugehen!
  • Bedienung selbsterklärend
    hier sind einige Screenshots zu finden: https://www.ispconfig.org/ispconfig/screenshots/
  • Zugang wird standardmäßig mit SSL abgesichert
  • Update von ISPConfig ist mit einem Einzeiler auf der Konsole als root möglich:
    # ispconfig_update.sh
  • ISPConfig ist geeignet, um externen Nutzern Hosting-Pakete anzubieten.
    Dreistufige Benutzerhierarchie: Admin -> Reseller -> User
    (ähnlich wie mit Plesk, cPanel oder LiveConfig möglich)

Virtualmin

Virtualmin finde ich persönlich sehr wertvoll, wenn es darum geht, einen vServer für eigene Hosting-Dienste zu managen (also Serveradmin = Hosting-Admin = Webseitenbetreiber). Vorteile sind:

  • schnelle Installation mittels Einzeiler auf der Konsole
    siehe: https://www.virtualmin.com/download.html
  • Virtualmin bietet umfangreiche Funktionen zum Backup des gesamten Servers bzw. einzelner “virtual Servers”. Unter “Virtual Server” wird hierbei ein Hosting-User verstanden. Als Backupziel kann man sowohl FTP- als auch SSH-Server verwenden.
  • Bedienung ist etwas gewöhnungsbedürftig aber erlaubt auf der anderen Seite auch die Administration des gesamten Servers und nicht nur der hostingspezifischen Dienste. Ein Update über den Paketmanager des Systems lässt sich beispielsweise auch aus Virtualmin bzw. Webmin ausführen.
  • Nicht nur klassisches LAMP (Linux Apache Mysql PHP) -Hosting ist möglich. Auch die Administration von Versionsverwaltungs-Servern wie beispielsweise Subversion ist möglich.

Um Hosting-Pakete für externe Nutzer anzubieten, dürfte Virtualmin meines Erachtens nicht die erste Wahl sein.

i-MSCP

i-MSCP entstammt dem mittlerweile quasi eingestellten ispCP, welches wiederum aus VHCS hervorging. Die Software wird seit nunmehr 2010 aktiv weiterentwickelt und punktet mit folgenden Aspekten:

  • automatische, benutzerfreundliche und damit schnelle Installation
  • schöne, intuitive Benutzeroberfläche
  • ist geeignet, um externen Nutzern Hosting-Pakete anzubieten.
    Dreistufige Benutzerhierarchie: Admin -> Reseller -> User
    (ähnlich wie mit Plesk, cPanel oder LiveConfig möglich)
  • Updates per Script von der Kommandozeile aus möglich
  • Backup innerhalb der einzelnen Kundenpräsenzen (User) möglich

Um ein Backup des gesamten Servers zu realisieren, ist allerdings Handarbeit notwendig.

Froxlor

Froxlor ist ein Fork von SysCP, welches schon seit längerem nicht mehr entwickelt wird. Froxlor hat sicherlich seine Daseinsberechtigung, da es vergleichsweise wenig Änderungen am Serversystem vornimmt. Beziehungsweise der Administrator zu sehr viel Handarbeit gezwungen ist.

Die Installation ist eben nicht mit einem Einzeiler auf der Konsole erledigt, sondern läuft in einem mehrstufigen Prozess ab:

  • Installation der erforderlichen Pakete über den Paketmanager des Betriebssystems
  • Installation von Froxlor über externe Quellen oder über Entpacken von Froxlor in ein vom Webserver aufrufbares Verzeichnis (in der Regel: /var/www)
  • Aufruf des Installers über den Webserver und manuelles copy&paste der Konfigurationsdatei-Vorlagen in den Editor im Konsolenfenster des Servers

Bis der Server nach heutigen Standards, sprich SSL etc… einsatzbereit ist, sind zahlreiche weitere Schritte, die meines Erachtens für Einsteiger und Fortgeschrittene Linux Server Administratoren herausfordernd bis zermürbend sind, erforderlich. Daher der Hinweis: Froxlor ist meines Erachtens nur für Linux Server Experten zu empfehlen!

Um schnell mal einen voll funktionsfähigen LAMP-Server aufzusetzen ist Froxlor also sicherlich nicht die erste Wahl! Auf der anderen Seite ergibt sich durch den für Experten transparenten Aufbau von Froxlor sicherlich Potential für eine flexible, individuelle Serverkonfiguration.

KeyHelp®

Meines Erachtens ein absoluter Geheimtipp! Wenig Bekanntheitsgrad hat KeyHelp®, das von dem deutschen Hoster KeyWeb entwickelt wird und kostenlos genutzt werden kann!

Von KeyHelp® ist zuletzt in einer neuen Version erschienen und läuft unter Debian und Ubuntu. Die Oberfläche ist modern und übersichtlich gehalten und es lässt sich mit einem Einzeiler auf der Kommandozeile installieren.


Proprietäre, also kostenpflichtige, Server-Admin-Software:

Alle drei Tools benutze ich als Shared Hosting Kunde bei Hosting-Anbietern sehr gerne. Wird das Anbieten von Shared Hosting Accounts beabsichtigt, sind diese Tools sicherlich erste Wahl.